Die Realität der gesellschaftlichen Entwicklung

Was kommt nach dem Informationszeitalter? Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren? In Richtung Lernen und Bildung, individuelle und kollektive Gesundheit, meinen die Experten. Wie sie darauf kommen?

Experten wie Erik Händeler und Leo Nefiodow berufen sich dabei auf soziochronologische Wellen von mehreren Jahrzehnten Dauer, die der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratieff "entdeckte". Im sechsten Kondratieff-Zyklus (der erster Höhepunkt wird um 2010 erwartet) sollen Innovationen aus Medizin, High Tech und neuen Psychotechniken für Vollbeschäftigung, einen langanhaltenden Aufschwung von Körper, Geist und Seele, sowie für eine tiefgreifende Reorganisierung der Gesellschaft sorgen.

"Jeder Kondratieff-Zyklus ist nicht nur die Verwirklichung bestimmter Erfindungen - ein größerer Innovationsschub, der in die gesamte Gesellschaft hineindiffundiert -, sondern jeder Kondratieff-Zyklus befriedigt auch einen Bedarf der Gesellschaft.

Im ersten Zyklus (K1) wurde der Bedarf nach Textilien und Kleidung befriedigt, im zweiten (K2) der Bedarf nach besseren Transportmitteln.

Zentral für den dritten Zyklus (K3) war der Bedarf nach Massenkonsum, nach elektrischen, chemischen Artikeln.

Der vierte Kondratieff (K4) war die Phase, in welcher der gesellschaftliche Bedarf nach individueller Mobilität zum Zuge kam - dank des Automobils und des Flugzeugs.

Im fünften (K5), im jetzigen, spielt der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen die zentrale Rolle."

Und im nächsten Zyklus (K6) soll es um Gesundung, Gesundheit und Heilung gehen, fast esoterisch anmutende Themen. Heilung und Gesundung des Bildungssystems, Heilung und Gesundung des Sozialsystems, Heilung und Gesundung des Gesundheitssystems, Heilung und Gesundung des Wirtschaftssystems, Heilung und Gesundung des Finanzsystems, Heilung und Gesundung des erstarrten Denksystems, Heilung und und Gesundung des politischen Regierungssystems, Heilung und Gesundung des Gesellschaftssystems. Trotzdem entwickelte sich K6 rasch zu einem Mythos,  der Politik, Business und Börse gleichermaßen beflügelt. Die einen träumen von Vollbeschäftigung, die anderen von einer rasanten Wertsteigerung vieler Unternehmen an den Börsen und andere von der dringenden notwendigen Erneuerung (Optimierung) des kranken Gesellschaftssystems. Und K6 verspricht sie alle zu befriedigen.

Der Unternehmensberater Roland Berger prognostiziert, daß "kein Stein auf dem anderen bleiben wird", Wolfgang Clement - immer noch gebeutelt von den Hinterlassenschaften des dritten Kondratieff-Zyklus - schwärmt von Zukunftsmärkten mit einem "weitgehend unausgeschöpften Potenzial an Arbeitsplätzen".

Die fünf Wirtschaftsweisen finden, daß "in einer alternden Wohlstandsgesellschaft steigende Ausgaben für Gesundheitsleistungen nicht grundsätzlich etwas Schlechtes sind" und das Fazit von Ministerpräsidentin Heide Simonis: "Bisher haben wir den Gesundheitssektor eher als Kostenfaktor und damit als Last für die Gesellschaft angesehen, das gilt ab sofort nicht mehr."  

Die Zukunft birgt also wunderbare Möglichkeiten. Nutzen wir sie zur positiven Gestaltung unseres eigenes Lebens und der gesamten Gesellschaft.